Lautsprecher – einfache Mods für eine Soundveränderung

Celestion LautsprecherAm Klang eines Amps gibt es ständig Veränderungswünsche: Mehr Bässe, mehr Druck oder einen Vintage-orientierteren Sound. Viele Modifikationen sind jedoch aufwändig und kostspielig. Bevor man seinen Verstärker aufwändig modifiziert oder modifizieren lässt, ist es sinnvoll, ihn mit einem anderen Lautsprecher zu testen. Je nach Größe, Belastbarkeit, Impedanz, Hersteller und Material können die Speaker mit dem eigenen Amp sehr unterschiedlich klingen.

Ein Marshall Amp mit Alnico Speakern ist klanglich zum Beispiel einem Fender Tweed Bassman schon sehr ähnlich (die beiden Amps sind sonst fast baugleich).

Alnico oder Ceramic

Mein Silverface Fender Princeton Reverb war mir im Klang zunächst zu mittenlastig. Etwas weiter aufgedreht hatte er fast einen Fender Tweed- ähnlichen Sound. Das wäre für einen Blues-Spieler sicher genau das richtige. Als Pedal-Plattform jedoch wenig geeignet. Nach dem Tausch des 10″ Alnico gegen einen 10″ Ceramic hatte er einen viel aufgeräumteren Cleansound. Er klang im direkten Vergleich nun wie eine kleine Version eines Deluxe Reverbs oder Twins aus der Silverface/Blackface Ära.

Ebenso spannend kann es sein, den Marshall-typischen Celestion Ceramic mal gegen einen Alnico zu tauschen. Der Amp klingt dann komprimierter. Im Overdrive kommt man damit dem Klang der 60er viel näher.

Bei Vox gibt es den Vorteil, dass die meisten Amps sowohl mit einem Ceramic als auch mit einem Alnico Speaker angeboten werden. Hier lohnt sich der Vergleich. Während viele auf einen angezerrten Vox mit Alnico schwören, kann der Cleansound mit einem Ceramic Speaker etwas ausgewogener klingen. Dies erspart den oft durchgeführten “Bright-Cap” Mod (Modifikation im Rahmen derer ein bestimmter Konsensator herausgetrennt wird um das Signal ein bisschen weniger höhenlastig zu gestalten).

12″ oder 10″ Lautsprecher

Will man mehr Volumen haben, wird ein 10″ Speaker oft gegen einen 12″ Lautsprecher getauscht. Aber auch anders herum kann es durchaus interessant sein. Gerade im Homerecording ist es vielleicht spannend, einen größeren Amp mal mit einem 10″ Speaker oder vielleicht sogar einem 8″ zu probieren. Hier muss natürlich die maximale Belastbarkeit des Lautsprechers beachtet werden. Aber kleinere Speaker gehen natürlich schneller an ihre Belastungsgrenze und können, ergänzend zum verzerrten Sound des Amps, mit wunderschöner Kompression glänzen.

Celestion oder Jensen

Nur weil in Fender Amps früher immer Jensen verbaut waren, muss dies nicht immer so sein. Viele Studiogitarristen haben ihre Deluxe Reverb Amps mit Celestion ausgerüstet. Auch der aktuelle Princeton Reverb Custom hat einen. Auch hier lohnt es sich mal mit verschiedenen Modellen zu experimentieren. Und auch andere Hersteller (Eminence oder Warehouse Speaker) können eine Alternative sein.

Watt und dB

Mit der Wahl der Speakers kann man auch die Lautstärke des Amps beeinflussen. Während ein Celestion Greenback eine Empfindlichkeit von 98 dB hat, liegt diese bei einem Creamback schon bei 100 dB. Auch damit kann man schon mehr Druck und Lautstärke produzieren, bevor man vielleicht einen neuen Ausgangsübertrager einbaut oder die Schaltung verändert.

Zu beachten ist neben der Belastbarkeit natürlich auch immer die Impedanz von Verstärker und Speaker. Wenn man hier mit unterschiedlichen Lautsprechern experimentieren möchte, lohnt sich vielleicht ein Weber Z-Matcher. Hiermit können Speaker mit unterschiedlichen Impedanzen an den jeweiligen Amp angepasst werden. Zusätzlich kann eine zweite Box angeschlossen werden.

Zwei unterschiedliche Amps mit einem gleichen Speakermodell klingen im Endeffekt ähnlicher, als zwei identische Verstärker mit unterschiedlichen Lautsprechern.

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