Binson Echorec

Binson EchorecHinsichtlich der Kategorisierung von Delays werden meist analoge Delays, Tape Delays und digitale Delays genannt. Ein absoluter Klassiker wird dabei meist übersehen, da er sehr selten und nur noch gebraucht zu bekommen ist: das Binson Echorec.

Das Original

In den 50ern suchten die Entwickler von Binson nach einer Möglichkeit ein Delay zu erzeugen, ohne ein fehleranfälliges Tape zu nutzen. Sie umwickelten eine Stahl/Aluminiumscheibe (oder vielmehr eine Art flacher Trommel) mit einem magnetischen Metallband. Diese Scheibe war Motorbetrieben, lieferte ein breiteres Frequenzspektrum als ein Tape Echo. Darüber hinaus lief es gleichmäßiger und mit weniger Nebengeräuschen. Aufgrund dieser Vorteile war diese Technik ideal für den Studioeinsatz.
Die Scheibenechos waren mit mehreren Abnahmeköpfen versehen und so konnten, durch das Aktivieren mehrerer Köpfe, interessante Rhythmen erzeugt werden. Die Schaltung war Röhrenbasiert und das Gerät sehr robust – daher war das Binson Echorec schon damals sehr teuer.
Der Klang ist wirklich einzigartig und der bekannteste Nutzer dürfte wohl David Gilmour gewesen sein.

Der legendäre Sound in aktueller Verpackung

Aktuell versuchen mehrere Anbieter diesen legendären Klang wiederzubeleben. Das Echorec erzeugt einen sehr atmosphärischen Delaysound, der schön verwaschen und schon fast wie ein Reverb klingt. Leider hatte das Binson Echorec nur eine fest eingestellte maximale Delayzeit von 300 mS (am 4. Abnahmekopf). Die anderen drei Abnahmeköpfe lieferten einen Teiler davon: 1. Head 75mS, 2. Head 150mS und 3. Head 225mS.

Eines der bekanntesten Delays, das den Sound und die Kombination mehrerer Abnahmeköpfe nachbildet ist wohl das Catalinbread Echorec. In gewohnter Qualität und in kleinem Format bietet dieses digitale Pedal eine erstaunlich gute Nachbildung.

Eine weitere Nachbildung, die sogar eine Röhre in der Schaltung verwendet, die Delays aber ebenfalls digital erzeugt, ist das Gurus Echosex 2. Auch wenn es klanglich sehr gelungen ist, so fehlt leider die Multihead Option des Originals.

Das Dawner Prince Boonar bietet die Multihead Option und eine Drum Age Option, mit der das Altern des Geräts simuliert werden kann.

T-Rex kündigte vor einiger Zeit an, eine originalgetreue Nachbildung des Echorecs auf den Markt zu bringen. Also ein wirklich echtes Scheibenecho und keine digitale Nachbildung. Dieses Gerät könnte wirklich spannend und eine klanglich interessante Ergänzung zu den aktuell erhältlichen Delays sein.

In diesem Jahr bringt Strymon sein Volante Delay auf den Markt. Auch dieses beinhaltet einen Drum Echo, also Scheibenecho-Mode. Mit seinen unterschiedlich auszuwählenden virtuellen Abnahmeköpfen, der gewohnten Strymon Qualität und zahlreichen Einstellmöglichkeiten dürfte dieses Pedal ein moderner Klassiker werden. Zusätzlich sind Tape Echos und Studio Echos einstellbar und es ist die erste Echorec Emulation mit Tap Tempo!

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