Downsizing Teil 2

PedalboardGroße Pedalboards mit vielen Effekten können das Signal schwächen oder klanglich verändern. Dabei ist es nebensächlich, ob es sich bei den verwendeten Pedalen um True Bypass- oder gebufferte Pedale handelt. Selbst die Kabelstrecke zwischen den Pedalen beeinflusst den Klang.
Der Purist schließt seine Gitarre direkt an den Amp an. Sicherlich ist dies ein ganz besonderes Klangerlebnis, da das Signal laut und direkt erscheint. Aber für die wenigsten Musikrichtungen ist dies die optimale Lösung. Selbst bei Bluesgitarristen, die den Amp leicht zerrend einstellen und den Grad der Verzerrung mit dem Volume-Regler der Gitarre regeln, kommt gelegentlich zumindest ein Booster oder ähnliches zum Einsatz.

Joe Bonamassa ergeht es scheinbar, wie vielen Gitarristen: auf der einen Tour hat er noch ein Pedalboard mit einigen Effekten und bei der nächsten Tour hat er sein Equipment auf ein Minimum reduziert. Es gilt also immer, die Balance zwischen Klang und Funktionalität zu finden.
Und da man als Gitarrist nur in den seltensten Fällen mit seinem Sound zufrieden ist, wird stets nach einer klanglich besseren Lösung gesucht.

Niemand schreibt vor, dass man als Gitarrist lediglich eine Gitarre, ein Kabel und einen Amp benutzen sollte oder darf. Um ehrlich zu sein, fällt mir kein Gitarrist ein, der seine Gitarre auf Dauer auf diese Weise gespielt hat. Ob es ein Fuzz Face, ein Tubescreamer oder ein Delay für ein leichtes Slapback ist, irgendetwas lässt sich immer unter den Füßen der Gitarristen finden. Und sei es nur ein TC Chorus, der zum Splitten des Signals genutzt wird.

Pedale sind in meinen Augen einfach notwendig, um unterschiedliche Nuancen des Gitarrenspiels zu erzeugen und auch, um den Sound zu verbessern. Denn Effektgeräte sind nicht dazu da, um den Bypass-Klang zu verschlechtern, sondern um den Klang zu verbessern. Oft wird dieses „schlechtere“ Signal auch nur subjektiv wahrgenommen, da das Pedalboard die Lautstärke leicht reduziert oder die Bässe bzw. Höhen etwas absenkt. Diese Nuancen lassen sich jedoch leicht am Amp nachjustieren.

Oder man nutzt einen „always on“ Booster, um dem Klang die Frische zurückzugeben (mehr zu dem Thema findest du hier) .
Und die E-Gitarre ist ja – als relativ junges Instrument – nicht dafür designt, nur clean gespielt zu werden. Der reine Klang des Tonholzes wird ohnehin durch Pickups, Kabel und Verstärker bearbeitet. Im Fokus steht daher meist weniger der Wunsch nach einem besonders natürlichen als vielmehr der nach einem besonders schönen Signal.

In erster Linie zählt, dass man sich mit seinem Effektboard wohlfühlt, dass es einfach zu bedienen ist und dass einzelne Effektgeräte schnell und unkompliziert gegen andere ausgetauscht werden können. Denn das Pedalboard ist letztlich eine Art „Farbkasten“ des Musikers, der je nach Stimmung anders zusammengestellt werden muss.

Und hier erfährst du noch mehr zum Thema Downsizing.

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