Tips & Tricks: Wie man eine Gitarre einstellt

Tips & tricksFür gute Musik ist die richtige Einstellung der Gitarre genauso wichtig wie die Einstellung des Gitarristen.
Das Einstellen einer Gitarre ist nicht schwierig und macht auch bei neuen Gitarren durchaus Sinn, da viele neue Gitarren nicht optimal eingestellt wurden und sich durch den Transport und die Lagerung eventuell noch verändert haben.

Der Hals

Auch wenn der Hals auf den ersten Blick nicht viele Einstellungsmöglichkeiten bietet, sollte er einmalig optimal auf die verwendete Saitenstärke justiert werden.

Im Inneren des Halses befindet sich ein Halsstab, der die Krümmung des Halses einstellen lässt. Während die ersten Fender Nocaster noch ohne Halsstab auskamen (und aufgrund des Festigkeit des Holzes trotzdem bis heute ihre Form beibehalten haben), wird heutzutage standardmäßig ein Halsstab verbaut.

Je nach Hersteller unterscheidet sich die Drehrichtung für das Feststellen oder Lösen des Halsstabes. Vor dem Justieren sollte man sich also informieren, in welche Richtung man schrauben sollte.

Ganz wichtig beim Einstellen des Halsstabes ist, dass man das richtige Werkzeug benutzt! Das klingt erstmal banal, aber europäische und amerikanische Hersteller verwenden unterschiedliche Gewinde und mit dem falschen Werkzeug kann man die Mutter des Halsstabes zerstören, was einen kostenintensiven Austausch des Stabes nach sich zieht.

Möchte man die Krümmung des Halses verändern sollte man den Halsstab höchstens in Viertelumdrehungen justieren und auf keinen Fall Gewalt anwenden. Da das Holz arbeitet und sich an den Zug anpasst kann es etwas dauern, bis der Hals die endgültige Position eingenommen hat.

Konkav oder Konvex?

Der Hals sollte, wenn er optimal eingestellt ist, leicht konkav sein. Konkav bedeutet, dass er leicht durchhängt – Konvex bedeutet dass er nach oben gewölbt ist. Diese optimale Biegung sollte jedoch so gering sein, dass man bei gegriffenem erstem und letztem Bund im 8. Bund zwischen Saite und Bundstäbchen ein 0,2 mm dickes Plektron durchstecken kann. Es genügt also eine minimale Biegung.

Die Bridge

An der Bridge lässt sich die Oktavreinheit und die Saitenhöhe der Gitarre einstellen.
Die Saitenhöhe justiert man am besten so, dass die Saiten keinen zu großen Abstand zum Griffbrett haben, aber auch nicht schnarren, wenn man die Saite hart anschlägt. Hier sollte man ruhig etwas experimentieren.

Die Oktavreinheit stellt man an den Reitern der Bridge ein, indem man die Tonhöhe der Leersaite mit der Tonhöhe der Saite im 12. Bund vergleicht. Ist der Ton im 12. Bund zu hoch, wird der Saitenreiter weiter nach Hinten justiert, um die Saitenlänge zu vergrößern. Ist der Ton zu niedrig wird der entsprechende Saitenreiter weiter nach vorne gestellt, um die Saitenlänge zu verkürzen. Dies sollte auf jeden Fall mit frischen Saiten erfolgen.

Die Pickups

Die Höhe der Pickups, und der dadurch veränderte Abstand zu den Saiten kann den Klang einer Gitarre verändern.

Jeder Pickup beeinflusst durch seinen Magneten das Schwingungsverhalten der Saiten. Besonders bei Single Coils kann dies problematisch werden – bekannt durch die Sogenannte “Stratitis”. Werden die Single Coil Pickups zu nahe an die Saiten geführt, bremst der Magnet der Pickups die Saitenschwingung.

Nutzt man nur den Bridgepickup kann es durchaus Sinn machen, die anderen Pickups runterzuschrauben oder sogar auszubauen. Die Les Paul Junior ist unter anderem deshalb so beliebt, weil sie nur einen Pickup mit einem ganz besonderen Klang hat.

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