Legendäre Verzerrer (2) – Big Muff

Big MuffDer Electro Harmonix Big Muff gehört zu den legendärsten Verzerrern, die jemals entwickelt wurden. Es gibt wohl kaum einen Gitarristen, der noch keinen Big Muff gespielt hat.
Die bekanntesten dürften David Gilmour, Billy Corgan, Jack White, J. Mascis und John Frusciante sein.

Geschichte

Der Big Muff wurde ca. 1970 von Mike Mathews und Robert Myer mit dem Ziel entwickelt, ein Pedal zu kreieren, dass sehr viel Sustain erzeugt.
Basierend auf der Schaltung der damals gängigen Fuzz-Pedale wurde die Schaltung des Big Muffs um mehrere kaskadierte Gain-Stufen und eine Klangregelung ergänzt.
Die Schaltung ähnelte der eines Verstärkers mit mehreren Gain-Stufen.
Durch die Silizium-Transistoren war der Big Muff zuverlässiger als viele andere Fuzz-Pedale.
Die Clipping-Stufen arbeiteten mit Dioden-Clipping.
Durch gezieltes Filtern wurde die fuzz-typische, höhenreiche Schärfe herausgefiltert, so dass das Pedal den legendären warmen und einzigartigen Distortion/Fuzz Tone erzeugte.

Versionen

Der Big Muff wurde in unzählig vielen Versionen hergestellt.
Am bekanntesten sind der Triangle, der Rams Head und der Russian Big Muff.
Aber auch diese Versionen variierten jeweils stark – für eine ausführliche Auflistung möchte ich hier auf diese Seite verweisen.
Teilweise hat man das Gefühl, dass Electro Harmonix bei der Änderung der Versionen weniger auf eine gezielte Soundveränderung aus war, als vielmehr einfach die Bauteile verwendet hat, die günstig in großen Mengen zu beschaffen waren.
Als Beispiel: Ein Widerstand im Tone-Stack liegt in den unterschiedlichen Versionen mal bei 33K, dann bei 39K, 20K oder auch 22K.
Hier wurde wahrscheinlich verwendet, was verfügbar war.
Jeder Big Muff klingt also etwas anders.
Beim Kauf des Pedals lohnt es sich, mehrere miteinander zu vergleichen und den persönlichen Favoriten herauszusuchen.

Modifikationen

Den Big Muff kann man sehr gut modifizieren.
Interessant ist vor allem der Tone-Bypass-Mod, der in frühen Modellen standardmäßig als Schalter verbaut war.
Durch das Herausnehmen des Tone-Schaltkreises wird das Volume erhöht und der Sound etwas mittiger.
Dies kann gerade für den aktuellen Standard Big Muff klanglich sehr interessant sein, da sein Sound auf diese Weise näher an den Triangle Big Muff herankommt.

Man kann natürlich auch mit den Clipping Dioden experimentieren.
Durch unterschiedliche Dioden kann die Kompression der Verzerrung verändert werden.
Oder man entfernt die Clipping Dioden komplett und erhält einen lauteren und raueren Sound. Entfernt man lediglich das erste Diodenpaar, so erhält man einen Colorsound Supa Tonebender (der auf der Big Muff Schaltung basiert).
Wer mit verschiedenen Clipping Optionen experimentieren möchte, kann unterschiedliche Dioden per Schalter wählbar einbauen.

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