Effect History: Die ersten Multi Digital Delays (Teil 1)

Effect PedalFast jeder Gitarrist, der auf Delays steht, ist ständig auf der Suche nach dem perfekten Delay- Sound. Unzählige analoge und digitale Delays kämpfen dabei um einen Platz auf dem Pedalboard.
Anfang des 21. Jahrhunderts haben zahlreiche Hersteller dieses Dilemma erkannt und begonnen, Multi Digital Delays zu entwickeln.
Einige von ihnen möchte ich in einer dreiteiligen Serie gerne vorstellen.

Line6 DL4

Eines der ersten großen Delay-Pedale in Stompbox-Format war das Line6 DL4, das im Jahr 2000 eingeführt wurde, und immer noch produziert wird.
Durch seine umfangreichen Features (Stereo In und Out, 3 Presets, Tap Tempo, 16 Delay Emulationen, Expression Pedal Input, Looper) und seine stabile Konstruktion überzeugte es sofort.

Wenn man es genau nimmt, handelt es sich bei dem Pedal um den direkten Vorfahren des Strymon Timeline, da die Firma Strymon von einigen früheren Line6-Mitarbeitern gegründet wurde.
Noch heute sieht man es auf zahlreichen Pedalboards, auch wenn die Klanggüte einiger integrierter Emulationen eigentlich nicht mehr dem aktuellen Stand entspricht und es Pedale mit weitaus realistischeren Sounds gibt.

Hauptsächlich wird das DL4 noch wegen seines Loopers benutzt, der zwar mit den 14 Sekunden Loopzeit nicht geeignet ist, um Songparts wiederzugeben, aber durch das Aufnehmen von kurzen Parts, die anschließend rückwärts, in halber Geschwindigkeit und dadurch eine Oktave tiefer oder in doppelter Geschwindigkeit (und dadurch eine Oktave höher), wiedergegeben werden können, lassen sich interessante Einspieler erzeugen.

Boss DD-20

Etwa zur gleichen Zeit, also etwa 2001, stellte Boss das DD-20 vor, das mit einer maximalen Delay-und Loopzeit von 23 Sekunden neue Maßstäbe gesetzt hat.
Das DD-20 entstammt der Twin Pedal Serie und kann in seiner Fußtasterbelegung unterschiedlich konfiguriert werden.

Es verfügt über 4 Speicherplätze plus einen Live Mode, 10 Emulationen und einen Looper, Stereo In und Out und Tap Tempo.

Im Vergleich zum Boss DD-5 klingt das DD-20 etwas bedeckter und die maximale Lautstärke des Delay-Signals ist etwas geringer.

Aber dafür zeigt es in seinem Display die BPM an und kann so exakt an das Songtempo angepasst werden. Ebenfalls interessant sind sowohl das Tone-Poti, das ein effektives Einstellen des Delay-Sounds ermöglicht, als auch die Stereo Ein- und Ausgänge.

Das DD-20 wurde lange produziert und wurde 2015 durch das DD-500 abgelöst.

Liked it? Take a second to support Delay Dude on Patreon!