Overdrive-Pedal hinter dem Delay

Tips & tricksFür gewöhnlich ordnet man seine Effektpedale so an, dass das Gitarrensignal zuerst die Verzerrer und dann die Modulationseffekte wie zum Beispiel Delay und Hall durchläuft.
Dabei lohnt es sich, diese gewohnte Anordnung einmal zu ändern.

Verzerrer vor dem Delay

Wenn du den Verzerrer VOR dem Delay und dem Hall positionierst, wird das Gitarrensignal zunächst verzerrt.
Dieses verzerrte Signal wird dann vom Delay wiederholt und mit dem Hall des Reverb-Effekts versehen.
Das verzerrte Signal behält also bei jeder Wiederholung seinen Sound und wird lediglich durch den Charakter des Delay-Pedals geformt.

Verzerrer nach dem Delay

Aber auch eine Anordnung des Verzerrers NACH dem Delay kann Vorteile haben.
Wenn das Signal zuerst durch das Delay geführt wird, so sind die ersten Wiederholungen lauter als die folgenden.
Dadurch ist das Signal, das in einen nachfolgenden Verzerrer gelangt, zunächst laut ist und mit jeder Wiederholung leiser wird, reduziert sich auch der Grad der Verzerrung allmählich.
Stellt man den Verzerrer so ein, dass er nur leicht zerrt, kann man auf diese Weise sehr schön zwischen angezerrten und cleanen Sounds wechseln.

Da die meisten Overdrive-Pedale einen Tone Regler oder einen ganzen Tone Stack haben, kann das Signal des Delays auch damit noch geformt werden.
Erfahrungsgemäß agieren analoge Delays besser mit Verzerrern als digitale.
Aber ein digital Delay kann mittels eines zurückgedrehten Tone Reglers etwas bedämpft werden und verschmilzt dadurch besser mit dem Sound der Gitarre.

In meinen Augen scheint ein Verzerrer nach dem Delay das Signal irgendwie gefälliger zu machen und zu einer schöneren Verschmelzung von Original Signal und Delay Signal zu führen.

Nichts Neues

Ein Verzerrer nach dem Delay ist im Grunde gar nichts Neues.
Wenn man gedanklich in eine Zeit zurückgeht, als es noch keine Amps mit Effektloops gab, haben Gitarristen ihre analogen Delays und Tape Echos vor den Amp geschaltet.
Da die Amps trotzdem zerrten, war das Delay quasi vor dem „Verzerrer“.
Bekannt dürften hier die Tape Echo/Marshall Amp Sounds von Jimmy Page sein.

Diese Kombination kann man mit einem Verzerrer nach dem Delay nachbilden.
Natürlich agiert nicht jeder Verzerrer mit jedem Delay gleich gut.
Hier muss man etwas ausprobieren, bis man die richtige Kombination gefunden hat.

Reverb

Und sogar hinter dem Reverb-Pedal kann man Verzerrer nutzen.
Sicherlich ist dieser Sound nichts für Jedermann, da der Klang verwaschener ist, aber auch irgendwie organischer klingt.
Steven Wilson von Porcupine Tree schwört auf diese Kombination und erzeugt einzigartige Sounds.

Ausprobieren also unbedingt empfohlen.

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