Evolution des Pedalboards

pedalboard smallDie meisten Gitarristen nutzen, wenn sie anfangen E-Gitarre zu spielen, erstmal keine Effektgeräte. Die Gitarre wird direkt in den Amp gestöpselt und man ist bereits vom Klang begeistert.

Phase 1

Wenn man erfährt, dass es Effektgeräte gibt wird man natürlich neugierig und startet meist mit einem Verzerrer. Die neuen Klangmöglichkeiten sind so überwältigend, dass es nicht bei einem Effektgerät bleibt. Hier beginnt die „Evolution des Pedalboards“.

Phase 2

Nun stöbert man in verschiedenen Gitarrenläden und versucht erstmal zu erfahren, welche weiteren Effektkategorien es überhaupt gibt. Meist konzentriert man sich als Anfänger erst einmal auf solide und preiswerte Effektmarken, wie Boss oder vielleicht Joyo . Das Effektboard besteht meist noch aus einzeln, nebeneinander gelegten Effekten, die mit Batterien betrieben werden. Aber die Anzahl der verwendeten Effekte steigt weiter an. Viele „Pedalboards“ haben in dieser Phase ein Effektgerät jeder Kategorie. Und so findet man nicht selten Chorus, Phaser und Flanger auf dem Board, ohne dass der Nutzer überhaupt weiß, was diese Pedale eigentlich wirklich mit seinem/ihrem Sound machen.

Phase 3

Nun hat man sich durch einige Internetforen geklickt und ist auf den Begriff „Boutique Effekte“ gestoßen. Nach und nach werden also sämtliche Pedale durch das jeweils beste seiner Kategorie ersetzt. Und bald befinden sich zahlreiche Pedale von Strymon, AnalogMan, Fulltone und ähnlichen Herstellern auf dem Board. In dieser Phase wird nun auch zum ersten Mal über gute Kabel, ein ordentliches Netzteil und einen vernünftigen Aufbau des Pedalbords nachgedacht.

Phase 4

Das Board ist groß, schwer und Fehleranfällig. Und eigentlich nutzt man viele Effekte, wie Pitch Shifting und Bitcrusher auf dem Board eigentlich gar nicht. Das dry thru Signal klingt mit Pedalboard auch nicht mehr so frisch und kraftvoll, wie eine Gitarre, die direkt in den Amp gespielt wird. Manche Gitarristen versuchen es in dieser Phase mit einem Looper-Pedal, in dem jedes Pedal einen einzelnen True Bypass-Loop zugeordnet bekommt und das per Midi verwaltet werden kann. Das Pedalboard ist in jetzt oft zur Hälfte mit Geräten bestückt, die den Klang nicht verändern: Expression Pedal, Noise Gate, zusätzliche Switcher und Controller.

Phase 5

Hier kommt es zum ersten Mal zum sogenannten „Downsizing“. Ein kleines Pedalboard mit ca. 5 Effekten wird aufgebaut. Es werden jedoch immer wieder einzelne Pedale (aus Platzgründen) neben das Board gestellt und nach einem weiteren Besuch auf „thegearpage“ wird ein neues Pedal dazugekauft. Das aktuelle Board schwankt also immer zwischen 5 und 8 Pedalen bis es irgendwann den radikalen Schnitt gibt: man beschränkt sich auf 3 Effektpedale! Der Sound ist nun frischer und die Schaltvorgänge der weinigen Pedale sind sehr viel einfacher vorzunehmen, als bei einem großen Board. Bei den 3 Pedalen hat man sich für die Geräte entschieden, die klanglich den einen Vorlieben entsprechen und die man für seine eigenen Songs und seinen Spielstil auch wirklich benötigt.

Einige Phasen werden auch in Schleifen durchlebt und so gelangt man vom kompakten Pedalboard schnell wieder zum großen Board mit Switcher. Ich persönlich bin mit einem kompakten Pedalboard mit ca. 6 Pedalen (im Moment) am zufriedensten, da der Signalweg noch relativ kurz ist, ein Multinetzteil alle Geräte versorgen kann und sich das Board gut transportieren lässt.

Und den anderen Bandmitgliedern muss ich ja nicht sagen, dass es in meinem Musikzimmer zu Hause für nahezu jede Phase Pedalboard-Evolution ein eigenes Pedalboard gibt…

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