Testbericht: Strymon Brigadier Teil1

Strymon BrigadierDies ist der erste Teil des detaillierten Testberichts über das Strymon Brigadier, ein  dBucket delay das analoge Delaysounds emuliert.

In diesem Teil widme ich mich dem Aufbau und den Features des Brigadier, bevor es im zweiten Teil um den Sound des digitalen Delays von Strymon geht.

Das Strymon Brigadier kommt in einem kompakten, grünen Aluminium Gehäuse, das vom El Capistan, DIG und Flint bereits bekannt ist. Während die anderen drei Pedale aus dieser Serie legendär sind, wird das Brigadier oft übersehen. Zu Recht?

Ausstattung

Das äußerst robuste Gehäuse verfügt über fünf Potis. Der Time Regler regelt die Delayzeit, die je nach Mode variiert. Im Short Mode reicht die Delayzeit von 40-400 mS und simuliert ein analoges Delay mit einem Chip. Dementsprechend ist beim Time Poti ab der 15h Stellung ein „Clock Noise“ zu hören, das mit zunehmender Delayzeit noch zunimmt.
Da diese vom Bucket Loss etwas überdeckt werden, sind sie am besten zu hören, wenn man das Bucket Loss Poti ganz zudreht.

Im Med Mode reicht die Delayzeit von 100-1000ms und im Long Mode von 500-5000ms.
Die Delayzeit kann natürlich auch per Tap Taster eingetappt werden. Die Delayzeit, die per Tap Taster in Viertel, Punktiert oder Triolen unterteilt werden kann, wird dann per LED angezeigt.

Die Regler

Dreht man übrigens den Time-Regler während des Spielens, so können analog Delay-typische Pitch Effekte erzeugt werden.

Der Mix Regler justiert das Mischungsverhältnis von Dry und Wet. Hält man Tap und Bypass gedrückt, so wird über das Mix Poti das Signal um bis zu 3dB geboostet.

Das Bucket Loss Poti regelt das Rauschverhalten und eine leichte Verzerrung.
Bei der 15h Stellung ist das Maximum der Verzerrung erreicht und regelt im weiteren Bereich in Rauschen über.
Hält man Tap und Bypass gedrückt, so agiert das Poti als Tone Regler: nach links gedreht, werden die Repeats dunkler, nach rechts höhenreicher.

Der Repeats Regler stellt die Anzahl der Wiederholungen ein. Dies reicht bis zum Aufschaukeln und Selbstoszillieren. Das Aufschaukeln kann übrigens auch durch das Gedrückt halten des Tap Tasters erreicht werden. Damit kann man also während des Spielens schöne Akzente setzen.

Modulation

Für die Modulation ist lediglich ein Poti zuständig, aber auch hier wurde der Regelbereich sehr gut ausgenutzt. So ist in der 7.00 Uhr Stellung die Modulation deaktiviert. Im Regelbereich bis 12h erhält man einen Choruseffekt, also eine langsame Modulation, die beim weiteren Aufdrehen an Tiefe zunimmt. Ab 12h gelangt man in den Vibrato-Bereich. Die Modulation ist schneller und nimmt im Regelbereich an Effekttiefe zu. Die Geschwindigkeiten sind sehr praxistauglich gewählt – da eiert nichts und es klingt immer musikalisch.

Die beiden Taster übernehmen die Tap Funktion und den Bypass, der zwischen True Bypass und analog Bypass with Trails umgeschaltet werden kann. Beide Taster sind „klickfrei“.

Anschlüsse

An der Stirnseite findet man den Input, der intern per Steckstift als Stereoinput eingestellt werden kann. Außerdem sitzen hier Left- und Right out, ein 9V Netzteilanschluss für das mitgelieferte Netzteil sowie ein Expression Pedal Anschluss.
Das Expression Pedal kann jeden der verfügbaren Potis einzeln steuern.

Den zweiten Teil des Testberichts findest du ab dem 23.November hier.