Testbericht: BOSS DD-8 Teil I

Boss DD8Das Boss DD-8 ist das aktuellste Kompakt- Delay von Boss und direkter Nachfolger des DD-7.
In diesem zweiteiligen Testbericht werde ich mich zunächst der Konstruktion und den Standard-Sounds des Boss DD-8 widmen, bevor ich im zweiten Teil die besonderen Modi dieses kompakten digital Delays vorstelle.

Neben einem Looper verfügt das Boss DD-8 nämlich über insgesamt 11 Delay-Modi, deren Delays über die üblichen E.Level, Feedback und Time Regler eingestellt werden können.

Das robuste Boss Gehäuse hat zwei Mono Eingänge und zwei Mono Ausgänge, die das Signal als Ping Pong Delay ausgeben können. Und auch ein Wet/Dry Setting ist einstellbar. Eine Tempo/EXP Buchse dient zum Anschluss von einem oder zwei externen Tastern oder einem Expression Pedal. Auf diese Weise kann das Expressionpedal Level, Feedback und Delayzeit regeln.

Mit den externen Tastern kann das Tempo getappt werden oder die Twist Funktion aktiviert werden. Diese Funktion ist ein Beschleunigen der Delayzeit und dürfte vielen Boss DD-20 Nutzern schon bekannt sein.
An der Stirnseite befindet sich der 9V Netzteilanschluss und ein kleiner Schalter, mit dem die Trails an- und ausgeschaltet werden können. Darüber hinaus befindet sich im Fußschalter Platz für den Anschluss einer 9V Blockbatterie. Das Delay verbraucht 65mA.

Das Pedal ist gebuffert, hat aber einen analog dry thru.
Hält man den Fußtaster gedrückt, so dient er dem Tap Tempo.
Außerdem können die Sub Divisions global eingestellt werden, eine Anleitung hierfür findet man im Manual auf Seite 10.

Das DD-8 hat eine maximale Delayzeit von 800ms bzw. 500ms im Reverse Mode. Nutzt man, statt den A Ein-und Ausgängen den A Eingang und den B Ausgang, so verdoppelt sich die maximale Delayzeit auf 1600ms bzw. 1000ms. Und der Looper schafft eine maximale Aufnahmezeit von 40 Sekunden Mono/ 20 Sekunden Stereo.

Sounds

Neben den vom Boss DD-7 bekannten Delaytypen (wie Standard, Analog, Reverse) sind auch neue Modi (Tape, Glitch, RV) vorhanden. Aber auch die bekannten Delaytypen haben im DD-8 ein geändertes Voicing bekommen.

Standard

Das Standard Setting erzeugt ein schön klares Digital Delay, wie man es von Boss Delays kennt. Es hat diesen unverkennbaren, schmatzenden Attack und kann mit dem Mix Regler auch lauter als das originale Signal geregelt werden.

Analog

Einen Analog Sound hatte bereits das DD-7. Dieser wurde im DD-8 jedoch überarbeitet und wurde jetzt klanglich etwas heller abgestimmt. Damit gelangt man eher in perkussive, klarere Analog Delay Gefilde, die sehr gut im Hintergrund sitzen.

Tape

Neu ist das Tape Setting und das gefällt mir sehr gut. Es hat einen perkussiven Charakter und eignet sich sehr gut für rhythmisches Spielen.

Warm

Ebenfalls ergänzt wurde der Warm Mode. Es ist im Grunde ein etwas weniger brillantes Standard digital Delay, das etwas besser im Mix sitzt. Gleichzeitig ist es aber weniger für rhythmische Repeats im Style von The Edge gedacht. Man könnte den Klang auch als moderner bezeichnen.

Reverse

Der Klassiker Reverse darf natürlich auch beim DD-8 nicht fehlen und erzeugt nun bis zu 10 Sekunden lange Reverse Orgien. Diese lange Delayzeit ist perfekt für Soundscaping und dezente Klangteppiche.