Testbericht: Donner Wave Delay

Donner_Wave_Delay_Pedal.jpg
Donner_Wave_Delay.jpg

Dieser Testbericht liefert dir alle Infos zu den Features und den Sounds des digitalen Donner Wave Delay Pedals für Gitarristen.

Das Donner Wave Delay ist ein digitales Delay Pedal mit einer Delayzeit von 20-620mS.
Es kommt in einem sehr kompakten grünen Aluminium Druckgussgehäuse daher.
Trotz der geringen Größe hat das Delay ein angenehmes Gewicht, so dass es sicher auf dem Pedalboard steht. Die Gummierung an der Unterseite verstärkt diese Eigenschaft zusätzlich.

Äußerlichkeiten

Die 6,3mm Mono Klinken-Ein- und Ausgänge sind seitlich, leicht versetzt angebracht. Diese Anordnung ist dem kleinen Gehäuse geschuldet, bietet aber den positiven Nebeneffekt, dass die Pedale dicht nebeneinander auf dem Pedalboard stehen können.
An der Stirnseite ist ein 9V Netzteilanschluss angebracht – ein Batteriebetrieb ist wie bei nahezu allen Pedalen dieser Größe nicht möglich (und auch nicht mehr zeitgemäß). Das Manual empfiehlt ein 500mA Netzteil, aber da das Pedal laut Manual nur 33mA benötigt, sollte ein Standard 100mA Anschluss ausreichen.

Schalter und Funktionen

Das Pedal wird mit einem robusten True Bypass Schalter mit einem kräftigen Druckpunkt geschaltet. Trails sind also nicht möglich.
Die helle LED oberhalb des Fußschalters zeigt den Status des Pedals an.

Ein zwei Wege Toggle Switch schaltet zwischen den beiden Delaysounds: digital und warm.
Der Schalter hat einen etwas längeren Hebel und so ist er gut auf dem kleinen Pedal erreichbar.

Daneben befinden sich zwei kleine Regler, die das Level und das Feedback regeln.
Der Levelregler mischt das Signal in maximaler Einstellung ca. 50:50. So sind von dezenten Delays bis zu interagierenden Wiederholungen viele Abstufungen möglich.

Der Feedbackregler kann von einem Repeat bis zur Oszillation geregelt werden. Aufgrund der unterschiedlichen Sounds zwischen dem Digital Setting und dem Warm Setting muss beim Umschalten des Delaysounds der Feedbackregler leicht nachgeregelt werden.
Das etwas druckvollere Warm Delay erreicht nämlich in gleicher Einstellung des Feedbackreglers mehr Wiederholungen. Dies hat den positiven Nebeneffekt, dass man in der Digital Einstellung Delays nahe der Oszillation spielen und dann mit einem Umschalten auf Warm das beliebte Aufschaukeln der Delays erzeugen kann.

Der große Regler in der Mitte des Pedals regelt die Delayzeit in einem Bereich von 20ms bis 620ms. Dieses Poti ist aufgrund seiner Größe sehr gut erreichbar und wird wohl bei einem Delay auch am öftesten benutzt. Zur Not kann es sogar per Fuß geregelt werden.

Alle drei Potis laufen übrigens butterweich und haben einen guten Regelweg.
Der Time Regler hat seinen Hauptregelbereich zwischen 19.00 und 14.00 Uhr. So kann man schnell die gewünschte Delayzeit einstellen. Von 14.00 – 17.00 Uhr wird etwas subtiler geregelt. Diese Einstellung kann man nutzen, um bei langen Delayzeiten manuell etwas Modulation zu erzeugen. Bug oder Feature: Es macht auf jeden Fall Sinn und Spaß.

Sound

Das digital Delay erzeugt ein sehr schönes perkussives und klares Delay.
Dieses kann mit dem Level Regler etwas dezenter eingestellt werden. Oder man kann in U2-Manier mit dem Pedal interagieren und mit/gegen die Delays spielen.
Bei längeren Delayzeiten kommt ein wenig Rauschen mit in das Signal. Das erinnert an die 16-Bit- Delays der 80er und verleiht dem Donner Wave (gewollt oder ungewollt) einen sehr schönen Vintage Charakter.
Schaltet man zum Warm Delay, so erhält man dunklere Delays, die sich aber immer noch sehr gut artikulieren und nicht dumpf sind. Der Bassbereich wird etwas dominanter und das Setting lässt sich sehr gut für Klangteppiche nutzen. Die Delays sind immer noch perkussiv, haben aber mehr Body. Klanglich liegt dieses Preset irgendwo zwischen einem analog Delay und einem dunkleren digital Delay.
Dreht man das Feedback weiter auf, so schaukeln sich die Repeats im Warm Delay Setting sehr schön auf.

Fazit

Ich hatte aufgrund des einfachen Aufbaus (ohne Modulation und Tap Tempo) das Pedal vor dem Auspacken nicht richtig ernst genommen, aber es hat mich beim Spielen sofort gefesselt.

Der Klang der Delays sitzt einfach super auf der Gitarre und mit den zwei Delay Settings ist es erstaunlich flexibel.
Von dunklen Slapback, analog klingenden langen Delays mit sich aufschaukelnden Repeats bis zu perkussiven digital Sounds, es bietet mehr, als man zunächst denkt.
Das merkt man wahrscheinlich auch an meinem etwas zu lang gewordenen Demo Video.

Das Pedal macht einfach Freude und klanglich stellte sich mir die Frage, wo heutzutage die Grenze zwischen Boutique Effekten und Massenproduktion ist.
Mit gefällt das kompakte Wave nämlich sehr gut und es findet bestimmt seinen kleinen Platz auf meinem Pedalboard.

Das Donner Pedal kostet regulär 32,99 Euro und mit regelmäßigen Rabatten liegt es aktuell bei 29,04 Euro.

Noch Fragen? Viele Kabel, kosten mehr (was nicht heißt, dass der Preis nicht auch durchaus gerechtfertigt ist).

Wer das Pedal also klanglich mag, aber gerne Presets haben möchte, kann einfach 2,3 oder 4 Pedale nebeneinander auf das Pedalboard stellen. Viel Platz nehmen sie ja trotzdem nicht weg.

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen