Testbericht: MagTone Classic-T, modulare Gitarre

Heute möchte ich mal zur Abwechslung keine Delays oder Effektpedale, sondern eine ganz besondere Gitarre vorstellen, die wir vom Team DelayDude super spannend finden. Denn wer kennt folgende Situation nicht? Man hat eine Gitarre, deren Korpus und Hals sich einfach super anfühlen. Eigentlich möchte man allein aufgrund der Haptik gerne bei dieser Gitarre bleiben. Manchmal ist es aber so, dass man doch gerne einen anderen Sound hätte.

Eine wunderbare Lösung für dieses Problem bieten die modularen Gitarren von MagTone. Ich habe die Classic-T mal ausprobiert und möchte euch gerne an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.

Handarbeit aus Deutschland hat im Gitarrenbau ja leider Seltenheitswert. Jetzt gilt es jedoch zu beweisen, dass das damit verbundene Versprechen auch eingehalten wird.

Die Gitarren von MagTone sind nicht nur etwas Besonderes, weil sie in Deutschland hergestellt werden, sondern auch, weil sie modular konzipiert sind. Das heißt, sowohl die Pickups als auch die Elektronik sind in separaten Modulen verbaut, die sich in Sekundenschnelle austauschen lassen. Dadurch erhält man ein klanglich flexibles Instrument, das aber in der Haptik und dem damit verbundenen Spielgefühl gleichbleibt.

Magtone
Mit viel Liebe zum Detail wurde die Gitarre nebst Beigaben in den stabilen Koffer gepackt.

Ohne Lötkolben, Fräse und Werkzeug wechselt man dann mit wenigen Handgriffen beispielsweise von der klassischen Variante mit zwei Single Coils zu einer Option mit zwei Humbuckern.

Im Shop kann die Gitarre in unterschiedlichsten Konfigurationen gewählt werden. Für das Griffbrett stehen die Materialien Ahorn oder Lorbeer zur Auswahl. Ich habe mich für ein klassisches Ahorngriffbrett entschieden.

Klangwechsel leicht gemacht: Die Module

Hinsichtlich der Module stehen derzeit vier verschiedene Optionen zur Wahl. Das „Twang King“ mit zwei Single Coils im Telecaster-Style, das „Double Trouble“ mit zwei Humbuckern sowie das „Mojo Bite“ mit zwei P-90 im Humbucker-Format. Außerdem gibt es noch das Dark Matter Modul bei dem man selbst aktive EMG Pickups auswählen kann. In diesem Modul ist zudem noch eine Schaltung zur Überwachung des Batteriefüllstandes integriert.

Derzeit arbeiten die Jungs von MagTone mit Hochdruck an einem neuen Modul: das Filtertron-Modul soll in Kürze die Herzen der Gitarristen höherschlagen lassen.

Für einen flexiblen Start als Nutzer einer modularen Gitarre, entscheide ich mich ich das „Twang King“ und „Double Trouble“.

Übrigens ist es auch möglich, sich die Module individuell bestücken zu lassen oder DIY-Module bestellen.

Als Material für den Korpus stehen Linde und Ahorn zur Auswahl. Darüber hinaus kann man sich zudem noch für eine Extra Light Weight-Variante entscheiden. Meine Wahl fiel auf den Ahorn-Korpus in der Extra Light Weight-Ausführung, da Ahorn bekanntermaßen nicht zu den leichtesten Hölzern zählt. Und meine Wahl erweist sich im Praxistest als eine gute, denn die Classic-T hängt mit einem angenehmen Gewicht ausgewogen am Gitarrengurt.

Modulare Gitarre
Ich habe mich für diese beiden Module entschieden.

Die Gitarren gibt es entweder in Natur, Butterscotch oder einem Black Relic. Das Black Relic gefällt mir richtig gut. Die matte Lackierung wurde mit viel Liebe zum Detail bearbeitet und vermittelt so den Eindruck, als hätte die Gitarre schon viele Bühnen dieser Welt gesehen – ohne dabei aber „abgeranzt“ zu wirken.

Entsprechend der liebevoll gestalteten Optik der Gitarre ist auch beim „Drumherum“ viel Wert auf einen guten Eindruck gelegt worden. Das Unpacking macht wirklich Freude, denn in dem schlichten, aber stabilen Koffer ist die Gitarre mit Zertifikat und Plektron sehr nett arrangiert und man hat sofort das Gefühl, dass hier jemand mit viel Herzblut das Köfferchen gepackt hat. Die Module werden in einem separaten, ebenfalls sehr gut gepolsterten Koffer geliefert.

Das Spielgefühl

Auf der MagTone Classic-T fühle ich mich sofort zuhause. Der matte Hals mit seinem üppigen Profil liegt gut in der Hand und lässt sich sehr gut spielen. Die Mechaniken arbeiten sauber und die Gitarre ist sehr gut eingestellt.

Der Ahornhals mit Ahorngriffbrett sorgt für ein schnelles Attack. Der Korpus hat eine moderne, abgeschrägte Armauflage. Zusammen mit der Aussparung auf der Rückseite der Classic-T verschmilzt die Gitarre perfekt mit dem Spieler.

Modulare Gitarre

Die moderne Bridge bietet eine sehr gute Ablage für die Hand. Die Anordnung der Volume- und Tone-Potis und des Drei-Wege-Toggle Switch ist ganz klassisch im Telecaster- Stil gehalten.

Die Module

Die Module sind das Herzstück der MagTone Gitarre. Sie werden mit starken Magneten am Korpus gehalten. Der Wechsel der Module ist denkbar einfach. Man zieht den Klinkenstecker (hier ist es sinnvoll einen Noiseless Plug am Kabel zu verwenden oder das Signal mit einem Tuner-Pedal zu muten) und drückt das Modul an einer Nut an der Unterseite des Korpus. Nun lässt es sich nach unten aus der Gitarre herausziehen. Das neue Modul wird einfach eingeschoben und rastet an den Magneten ein.

Die Module passen sehr gut in die vorgesehene Fräsung. Nun muss man nur noch das Kabel wieder einstecken und kann weiterspielen.

Der Vorteil der modularen Gitarre ist, dass man sein Lieblingsinstrument für unterschiedlichste Sounds nutzen kann. Das Spielgefühl bleibt immer erhalten. Im Nu kann man von den Telecaster-Sounds zu Humbucker- oder P-90-Sounds wechseln. Auch aktive Pickups sind wählbar.

Die verbauten Pickups machen einen guten Eindruck. Wer hier noch etwas experimentieren möchte, kann die Module natürlich auch selbst mit anderen Pickups bestücken. Die Fräsungen entsprechen den Standardmaßen. Und da sich die Module aus der Gitarre herausnehmen lassen, ist auch der Pickup-Wechsel einfach zu handhaben. Hierfür müssen keine Saiten gelöst werden. Und wenn man beispielsweise zwei Module mit Humbuckern besitzt, kann man diese in Sekundenschnelle miteinander vergleichen.

Sinnvoll ist diese modulare Gitarre auch im Studio oder für Cover-Bands. Mit der Magtone Classic-T lassen sich problemlos zahlreiche Klangvorstellungen verwirklichen und man ist für unterschiedlichste Songs gut gerüstet.

Modulare Gitarre E-Gitarre

Neben dem Classic-T Modell wird auch noch ein Classic-S Modell – also im Still einer Stratocaster, angeboten. Und wem die Qual der Wahl jetzt noch nicht ausreicht, dem versprechen die symphytischen Jungs von MagTone in Kürze auch noch weitere Modelle.

Fazit

Wie lautet also mein Fazit? Die Jungs von MagTone haben mit ihren modularen Gitarren viel Liebe zum Detail bewiesen und die von mir getestete Classic-T hat wirklich überzeugt. Für all diejenigen, die gerne mit ihrer Gitarre reisen, aber dennoch unterschiedliche Sounds abdecken wollen, ist die solide verarbeitete Gitarre im stabilen Koffer eine gute Wahl. Und auch für Studios und all diejenigen, die für die gängigen Sounds nicht gleich drei Gitarren anschaffen wollen, kann es sich lohnen, auf die modulare Gitarre zu setzen. Nicht zuletzt denke ich auch an alle, die bisher vielleicht eher in der elektronischen Musik unterwegs waren und nach einer Gitarre suchen, mit der sie für kreative Ausflüge in die Welt der Saiteninstrumente eine große klangliche Vielfalt abdecken können.

Eine MagTone mit einem Modul ist ab 849,00 € erhältlich. Das von mir gewählte Komplettset MagTone Classic-T Heavy Aged Relic Tele kostet aktuell 1.340,00 €.

Dafür überzeugt die Gitarre mit ihrer Verarbeitung, ihrem Design und der Bespielbarkeit. Handarbeit aus Deutschland mit einem tollen Support gehören hier zum guten Ton.

E-Guitar Guts

MagTone Gitarren sind noch recht neu auf dem Markt und die Köpfe hinter diesen Instrumenten sind rege. Schon jetzt aber steht hinter ihren Gitarren ein tolles Konzept, das kreative Gitarristen begeistern kann.

Wer sich selbst ein Bild von diesen Gitarren machen möchte, findet hier auf der MagTone Website  und auf  YouTube alle wichtigen Informationen.