7 Fragen an Josh Scott (JHS Pedals)

7 Fragen anIn diesem Monat hat wieder einer meiner ganz persönlichen Pedal-Helden auf die 7 Fragen des DelayDude geantwortet.

Und so freue ich mich, ein Interview mit Josh Scott dem Gründer und Kopf von JHS Pedals präsentieren zu dürfen.

1. Wie kamst du zur Musik und kannst du uns etwas darüber erzählen, wie du Designer für Effekt-Pedale wurdest?

Josh Scott: Ich fing an, mich für Musik zu interessieren, als ich als Teenager Pearl Jam auf dem Kassetten-Recorder meines Bruders hörte. Ich bekam eine Gitarre, klimperte ein wenig darauf herum, spielte in einigen Bands und begann nach und nach Musik als Songwriter, Session Gitarrist und Tour Gitarrist zu machen.
Zum Effekt-Bau kam ich als ich herausfand, wie man kaputte Pedale repariert.
Um 2007 herum hatte ich dann die wahnwitzige Idee, verstehen zu wollen, wie alles, was ich benutze, arbeitet. Zunächst modifizierte ich bekannte Pedale von Boss und Ibanez.
2008 begann ich schließlich, meine eigenen Effekte zu kreieren.

1. Viele berühmte Musiker nutzen deine Pedale – gibt es jemanden, von dem du dir wünscht, dass er/sie eines deiner Pedale spielen würde?

Josh Scott: Ich bin wirklich glücklich und auch erstaunt, dass im Laufe der Jahre fast alle meiner Gitarren-Helden meine Pedale nutzen oder besitzen. Es ist das gleiche mit all den Menschen, die mich dazu gebracht haben, Gitarren so zu lieben, wie ich es tue.
Es wäre großartig, wenn Jonny Greenwood von Radiohead sie nutzen würde. Ed benutzt sie und das ist brilliant. Jonny hat vielleicht welche und ich weiß es nur nicht.
Es wäre cool, zu wissen, dass jemand wie Eric Clapton oder Tom Morello sie nutzt. Soweit ich weiß, tun sie es bereits. Vielleicht ist es aber auch gut, es nicht zu wissen – es bewahrt etwas von der Aufregung und dem Geheimnis.
Oh, Yeah. Pearl Jam. Das wäre episch.

2. Lass und über den JB-2 Angry Driver sprechen. Es dauerte 40 Jahre, bis Boss zustimmte, ein Pedal mit einem anderen Hersteller zusammen zu designen. Wie kam es dazu?

Josh Scott: Es entstand aus meiner Freundschaft zu dem Boss-Präsident, Yoshi Ikegami. Wir haben uns mehrere male getroffen. Es war offensichtlich für Ihn, dass ich Boss liebe und ein totaler Pedal Nerd bin und ich denke, er genoss mein Interesse für die Geschichte von Boss/ Roland und japanische Effekte.
Nach ein paar Jahren kam es dann fast von alleine und zu ihrem 40. Firmenjubiläum wollte er mit mir zusammenarbeiten – und das taten wir dann auch!
Ich freue mich sehr über das Pedal. Es verkauft sich immer noch ziemlich gut. Es ist auf vielen Pedalboards und ich liebe es, dass ich mit meinem Namen darauf ein kleiner Teil in der Geschichte von Boss werden durfte. Es ist eine großartige Erfahrung.

3. Hättest du rückblickend irgendetwas anders gemacht?

Josh Scott: Das ist eine von diesen Zeitreisen-Fragen… Ich weiß immer nicht, wie ich darauf antworten soll, weil ich definitiv schlechte Entscheidungen getroffen oder bestimmte Umstände falsch eingeschätzt habe, wenn es darum geht ein Geschäft zu führen oder ein gutes Produkt zu kreieren.
Aber am Ende denke ich, dass ich nichts würde ändern wollen. Selbst wenn Dinge total daneben gegangen sind, habe ich eine wertvolle Lektion gelernt und in meinen Augen ist es das, worum es im Leben geht.

4. Wenn du ein Pedal aussuchen müsstest, dass du für den Rest deines Lebens spielen müsstest, welches Pedal würdest du wählen?

Josh Scott: Mann…das ist eine schwierige Frage. Darf es ein Multi-Effekt-Pedal sein? Hahaha. Ich denke, ich brauche ein paar Jahre, um darüber nachtzudenken…
Unter Druck würde ich mir das Line6 Helix schnappen, ha!

5. Gibt es ein Pedal eines anderen Herstellers, von dem du dir wünscht, dass du es erfunden hättest?

Josh Scott: Es gibt immer Produkte und Firmen die absolut großartig sind und die so hervorragende Ideen haben, dass ich denke „Wow, ich wünschte, ich wäre auf sowas gekommen.“ Ich mag das Gefühl, weil es mich immer dazu inspiriert etwas zu tun, das mich an meine Grenzen bringt und mich herausfordert. Vor diesem Hintergrund denke ich, dass Boss 1977 mit den Kompakt Serien das perfekte Pedal Format erfunden hat, das jedermann heute kennt. Es wäre definitiv großartig, das erfunden zu haben.
Abgesehen davon denke ich, dass es fantastisch sein muss, ein Teil von Pedalen wie dem Tone Bender (1965), dem Memory Man in der Mitte der 70er und so vielen anderen gewesen zu sein.

6. Auf welches deiner Pedale bist du am meisten stolz?

Josh Scott: Ich denke, das wäre die Colour Box. Es entstand aus der Idee heraus, dass ich etwas machen wollte was es noch nie gab. In der Pedal-Industrie ist es sehr schwierig, etwas Originelles zu machen, das die Leute jetzt gerade nützlich finden. Als ich die Idee zum ersten Mal hatte, fühlte es sich ziemlich verrückt an und selbst Mitglieder aus meinem Team stellten die Idee in Frage, ebenso wie ich es manchmal auch tat. Aber am Ende war es sehr erfolgreich. Es brachte eine neue Sichtweise darauf, wie man einen Preamp/Overdrive/Fuzz in deinem Gitarren -Rig, deinem Studio oder irgendeinem anderen Instrument nutzen kann.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals ganz herzlich bei Josh Scott für die Beantwortung meiner 7 Fragen bedanken.

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