FaChords: Endlich Licht im Griffbrett-Dschungel

FaChords

Akkorde, Skalen, Intervalle und Harmonielehre auf der Gitarre zu verstehen, ist eine Sache. Zu verstehen, wo das alles auf dem Griffbrett passiert, eine ganz andere. FaChords macht genau diese Verbindung sichtbar – und das erstaunlich gut.

Es gibt Gitarristen, die hunderte Akkordgriffe kennen und trotzdem nicht wissen, welche Töne sie eigentlich spielen. Andere beherrschen fünf Skalen-Patterns, können sie aber nur in ihren gewohnten Positionen abrufen. Und dann gibt es diese Momente, in denen man plötzlich erkennt: Ach so! Die Terz liegt genau dort – und deshalb funktioniert dieser Akkord an dieser Stelle.

Genau für solche Aha-Erlebnisse ist FaChords gemacht. Sobald man auf der kostenlosen Webseite von FaCords anfängt, mit den interaktiven Werkzeugen zu spielen, merkt man, dass hier ein sehr gut durchdachtes Konzept dahintersteckt. Das Griffbrett wird nicht einfach als Bild dargestellt, sondern als eine Art musikalische Landkarte, auf der man sich bewegen und Zusammenhänge ausprobieren kann.

Besonders viel Spaß macht der Chord Finder. Töne anklicken, verschieben, verschiedene Voicings ausprobieren – und sofort wird sichtbar, aus welchen Intervallen ein Akkord besteht. Gerade für Gitarristen, die bisher eher nach Griffbildern als nach Intervallen gedacht haben, kann das ein echter Perspektivwechsel sein.

Ähnlich überzeugend ist der Scale Finder. Statt eine Skala lediglich als Pattern auswendig zu lernen, kann man nachvollziehen, wo sich Grundton, Terz, Quinte und die übrigen Stufen befinden. Dadurch beginnt das Griffbrett langsam aufzuhören, aus isolierten „Boxen“ zu bestehen. Die einzelnen Positionen werden zu Teilen eines zusammenhängenden Systems.

Mein persönliches Highlight sind allerdings die Akkord-Progressionen. Hier zeigt FaChords sehr schön, was zwischen den Akkorden tatsächlich passiert. Man kann eine Progression abspielen und gleichzeitig beobachten, wie sich die einzelnen Töne auf dem Griffbrett bewegen. Plötzlich wird verständlich, warum bestimmte Akkordfolgen so selbstverständlich klingen und warum manche Voicings besonders geschmeidig ineinander übergehen.
Und genau darin liegt die eigentliche Stärke von FaChords: Die Seite vermittelt Musiktheorie nicht primär über trockene Erklärungen, sondern über Sehen, Klicken, Ausprobieren und Hören.

Das Ausprobieren von neuen Akkorden und Akkord Progressionen macht auf dieser Seite richtig viel Spaß. Man beginnt mit einer einfachen Frage – „Welche Töne gehören eigentlich zu diesem Akkord?“ – und landet zehn Minuten später bei einer völlig neuen Idee für eine Progression oder ein Solo.

FaChords ist deshalb weit mehr als eine digitale Akkordtabelle. Es ist ein Spielplatz für Gitarristen, die ihr Griffbrett nicht nur bedienen, sondern verstehen wollen. Und das Beste daran: Man kann diesen Spielplatz kostenlos betreten und spielerisch neue Songs kreieren.

Die FaChrods Webseite kann ich absolut empfehlen.

Hier der Link: https://www.fachords.com/