Testbericht: Sonicake Acoustic-Electric Travel Guitar

Was kann die Sonicake Acoustic-Electric Travel Guitar? Ich habe die besondere Gitarre auf Herz und Nieren getestet.

Sonicake Guitar

Ich bin eigentlich durch und durch E-Gitarrist, obwohl ich den Sound vieler akustischer Gitarren sehr mag. Ganz besonders reizvoll erschien mir daher die Vorstellung der Emulation des Akustikgitarren-Sounds. Die Sonicake Acoustic-Electric Travel Guitar vereint gleich mehrere Modelle der beliebtesten Akustikgitarren in einem außergewöhnlichen Body und hat mich extrem neugierig gemacht.

Schon beim Unpacking macht die Acoustic-Electric Travel Guitar einen richtig guten Eindruck. Sie wird in einem gut gepolsterten Gigbag geliefert. Die hölzernen Seitenteile werden eingesteckt und mit dem Guthalter festgeschraubt. Damit lässt sich die Gitarre extrem schnell und einfach zusammenbauen. Mit einem Fliegengewicht von nur 1,7kg ist sie in dem kleinen Gigbag wirklich perfekt zum Reisen geeignet.

Der Body der elektrischen Akustikgitarre

Das Mahagoni-Holz des futuristischen Korpus ist matt und mit den offenen Poren fühlt es sich samtig weich. So bietet es ein hervorragendes Spielgefühl. Das Palisandergriffbrett passt perfekt dazu. Mit dem ergonomischen Halsübergang hat man bequemen Zugang zu allen Bünden. Die Saitenlage ist schon ab Werk optimal eingestellt.

Sonicake Guitar
Trotz des ungewöhnlichen Rahmens liegt die Gitarre, aufgrund des kleinen „Teufelhörnchens“ perfekt auf dem Bein. Der Arm hat ebenfalls eine sehr gute Ablage. Man merkt kaum einen Unterschied zu einer konventionellen Akustikgitarre.

Bereits ohne Verstärker klingt sie nach einer richtig guten Akustikgitarre. Aufgrund des fehlenden Resonanzkörpers ist sie natürlich etwas leiser als die klassischen Kollegen. Aber zum üben oder, um spätabends im Wohnzimmer noch etwas zur Jammen ist sie bereits ganz ohne Strom ideal. Die Resonation ist auch durch den Korpusbogen am Körper stark zu spüren.

Mit dem Headstock-Stimmgerät, das im Lieferumfang enthalten ist, lässt sich die Acoustic-Electric Travel Guitar im Handumdrehen stimmen und zeigt sich als sehr stimmstabil.

Also optisch und vom Spielgefühl bekommt diese Gitarre schon mal die volle Punktzahl.

Das Herzstück – die Elektronik

Die Elektronik wird per Akku betrieben, der per USB-Kabel aufgeladen wird. Beim ersten Test war die tiefe E Saite etwas leise. Ein Blick in die FAQs auf der Sonicake Homepage verrät aber sogleich die Lösung für dieses, vermutlich durch den Transport verursachten Problems. Nach einem kurzen Andrücken der Brücke ist der Klang bei meiner Gitarre auf allen Saiten sehr ausgewogen.

Sonicake electric acoustic guitar

Über den EQ kann man die Lautstärke sowie die Höhen und Bässe regeln. Damit lässt sich der Grundsound sehr gut abstimmen. Mit einem Drucktaster lässt sich zudem noch ein virtueller Body hinzufügen.

Herzstück ist der Wahlschalter mit 9 verschiedenen Korpus-Simulationen. Hier sind alle Klassiker vertreten: vom reinen Piezo-Pickup, GA, OM, Concert, DShape, Hum Bird, Jumbo, Thin und Mini. Die Emulationen sind beeindruckend gut.

Die GA, Hum Bird und OM gefallen mir persönlich besonders gut. Aber auch mit den anderen Modellen kann man, je nach Song, Band-Kontext und Mix, immer den richtigen Sound finden. Mit Treble und Bass kann der gewählte Sound perfekt abgestimmt werden.

Kleine Sidestory: Während ich gerade an einem Reparaturauftrag arbeitete, hörte ich ein altes Album der Smashing Pumkins. Der Sound der verwendeten Akustikgitarre war extrem markant und ich wollte sofort schauen, ob ich den Sound mit der Sonicake Acoustic-Electric Travel Guitar nachahmen könnte.

Der für mich passendste Sound war die OM-Emulation. Und nach einer kurzen Online Recherche konnte ich herausfinden, dass im Studio für diesen Song tatsächlich eine OM benutzt wurde. Das ist dann also eine wirklich gelungene Nachbildung, die man klanglich sofort zuordnen kann.

Musizieren zu Backing-Tracks

Die Möglichkeit, zu einem Song zu üben ist übrigens wirklich toll umgesetzt: die Gitarre hat einen 3,5mm TRS-Eingang, an den MP3-Player oder andere Soundquellen angeschlossen werden können.

Sonicake Acoustic-Electric Travel Guitar

Über den Kopfhörerausgang hört man dann den Backing-Track zusammen mit der selbstgespielten Gitarre. Alternativ kann die Gitarre natürlich auch mit einem 6,3mm Klinkensteckerkabel direkt in eine PA oder einen Amp gestöpselt werden.

Die Onbord-Effekte sind ebenfalls sehr zu empfehlen. Mit einem Regler kann man stufenlos zwischen Hall, Plate und Chorus wählen. Bis zum Wechsel des Effekts wird die Intensität gesteigert. Der Hall-Sound ist wirklich gelungen.

Plate Reverbs liebe ich ja sowieso und der, der Acoustic-Electric Travel Guitar hat mich sofort begeistert. Egal, ob man ihn dezent für etwas Räumlichkeit oder intensiv als Effekt einstellt, er klingt immer gut.

Sonicake Acoustic-Electric Travel Guitar review

Wer einen Chorus-Effekt haben möchte, bekommt hier ebenfalls eine gute Variante.

Ob mit Begleitakkorden, gezupft oder für Melodien – die Travel-Gitarre hat mich in jedem Moment überzeugt. Sie ist sehr dynamisch, überträgt den eigenen Spielcharakter und man fühlt sich auf ihr sofort zuhause. Je nach gewähltem Plektron wird der Sound mal voller und klar höhenreicher. Auch hiermit kann der Klang nochmals beeinflusst werden.

Fazit

Mit der Sonicake Acoustic-Electric Travel Guitar bekommt man eine hochwertige Gitarre für wenig Geld, die sich hinter so manch teurerem Modell nicht verstecken muss.

Mit ihrer tollen Verarbeitung, den wunderbaren Emulationen der Modelle, dem EQ und den internen Effekten kann man mit dieser Gitarre, sowohl Live als auch im Studio ein breites Sortiment an Sounds abdecken.

Sonicake Acoustic-Electric Travel Guitar testbericht

Zum Üben auf dem Sofa oder sehr leisem Songwriting (ohne die schlafenden Nachbarn zu stören) ist sie ebenfalls sehr gut geeignet. Das Holz fühlt sich mit seiner offenporigen, naturbelassenen Oberfläche sehr gut an und trägt auf diese Weise zu dem gelungenen Gesamteindruck bei.

Die Sonicake Acoustic-Electric Travel Guitar ist wirklich sehr zu empfehlen!