Tape Echo Emulationen: Hughes & Kettner Replex oder T-Rex Replica

Tape Echo Emulationen in Pedalformat gehören schon lange zu den beliebtesten Delay-Pedalen auf dem Markt, da Bandechos einen ganz besonderen Klang haben, der sehr musikalisch moduliert und (im Gegensatz zum Digital- oder Analog-Delay) nicht steril oder dumpf ist.

Ein echtes Band-Echo ist in der Regel sehr empfindlich und pflegeintensiv und so kann derjenige, der sich dieser Herausforderung nicht stellen will, auf eine der sehr guten digitalen Nachbildungen zurückgreifen.

Hier möchte ich auf zwei Pedale hinweisen, die als sogenannte “sleeper” schon länger existieren und oft unterschätzt werden.

Hughes & Kettner Replex

Zugegeben: das Replex ist nicht viel kleiner als ein echtes Band-Echo, dafür bietet es aber zahlreiche Features. Mit dem Drive- und Volume-Regler kann man sehr schön stufenlos alle Tape-Echo-Sounds einstellen – von clean bis verzerrt und geboostet.

Der zweite Fußschalter aktiviert einen sehr gelungenen Hall. Dreht man jedoch den Hall-Regler auf Null, kann man den Schalter zum Aktivieren von Boost/Verzerrung nutzen.

Das eigentliche Delay lässt sich mit „Volume“, „Feedback“, „Single Head Time“ und „Vintage Factor“ regeln. Während die ersten drei genannten Regler selbsterklärend sind, reduziert das „Vintage Factor“- Poti Bässe und Höhen und lässt das Signal leicht zerren. Dieser Sound ist sehr gelungen und bietet viele Klangmöglichkeiten.

Mit dem zweiten, zuschaltbaren “Dual Head Delay” lässt sich ein zweiter, virtueller Tonkopf hinzufügen, mit dem rhythmische Delays erzeugt werden können.

Das digitale Delay verfügt außerdem über eine Röhre, die den Klang des Pedals beeinflusst. Hier kann man mit verschiedenen Herstellern und Röhrentypen (12AX7, 12AY7, ECC83) experimentieren.

Neu kostete das Replex einst über 500 Euro und wird heute leider nicht mehr hergestellt. Gebraucht bekommt man es ab 280 Euro.

T-Rex Replica

Das T-Rex Replica gibt es ebenfalls schon sehr lange und es ist nach wie vor eine der besten Tape- Emulationen in Pedalformat.

Das kompakte Pedal verfügt über Tap Tempo und hat einen sehr schönen Klang, der sich optimal im Bandsound durchsetzt. Mit dem Brown Switch kann man den Klang der Wiederholungen etwas abdämpfen. Wesentlich näher am Klang eines echten Tape-Echos ist jedoch die zweite Schaltoption des Brown Switch, in welcher das Signal klar und perkussiv bleibt.

Mit dem Echo-Regler lässt sich das Delay-Signal zum Original-Signal hinzu mischen, während „Level“ die Gesamtlautstärke regelt. Die Regler für „Repeat“ und „Tempo“ dürften selbsterklärend sein.
Der „Subdivision“- Schalter verändert die Unterteilung des Tap Tempo Tasters. Hier können Viertel oder punktierte Achtel eingestellt werden. Wichtig: Erst die Subdivision einstellen, dann tappen, sonst wird die Unterteilung nicht übernommen.

Im Vergleich zu einem Tape-Delay klingt das Replex etwas bass-lastiger und nicht ganz so luftig. Trotzdem kommt es dem Sound eines echten Band-Echos sehr nahe.

Ein Demo-Video des Replex erscheint hier in Kürze.

Modulation

Beide hier vorgestellten Pedale haben keine Modulation. Es wird also der Band-Lauf eines gut gewarteten und technisch einwandfreien Bandechos emuliert.

Aber mal ehrlich: Wer hätte damals freiwillig ein eierndes und schlecht eingestelltes Band-Echo benutzt?

Falls man trotzdem einen wabernden Sound haben möchte, könnte man ein Modulationspedal hinter dem Delay einfügen.

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