Ambient Pedalboard Setup

Frag den DudeMehrfach erreichte mich die Anfrage, wie man am besten ein Ambient Pedalboard zusammenstellen kann. Aus diesem Grund möchte ich in diesem Artikel skizzieren, wie ich persönlich ein Pedalboard für Ambient- und Soundscaping- Sounds zusammenstellen würde.

Kompressor

Meine Signalkette beginnt mit einem Kompressor, der das Signal möglichst wenig verfälscht. Ein Kompressor macht bei einem Ambient Pedalboard Sinn, weil man für viele flächige Sounds ein lang klingendes Signal benötigt.
Hierfür eignet sich der Origin Effects Cali76 Compact Deluxe sehr gut, da er klangneutral arbeitet. Aber auch der Diamond CPR1 Kompressor oder ein kompakter Xotic SP liefern hier hervorragende Ergebnisse. Das unkomprimierte Signal kann dazu gemischt werden, um so ausreichend Attack des Saitenanschlags zu erhalten. Je nach Wahl des Kompressor-Typs kann man bestimmte Eigenschaften der Gitarre hervorheben.

Sustainer

Sustainpedals sind für Ambient- Sounds ein perfektes Werkzeugt. Ich würde das Sutainpedal, wie zum Beispiel das Gamechanger Audio Plus Pedal, das EHX Freeze oder das Superego (ebenfalls EHX) direkt nach dem Kompressor in die Signalkette einfügen. So erhalten sie ein, durch den Kompressor, gestärktes Signal und können besser arbeiten. Eine Platzierung des Sustainers an dieser Stelle ermöglicht es, das gehaltene Signal später mit weiteren Effekten zu bearbeiten.

Harmonizer und Oktaver

Als nächstes würde ich Harmonizer und Oktaver platzieren. Gerade der POG 2 von Electro Harmonix ist quasi der Standard für ein Ambient Pedalboard. Hiermit lassen sich von Orgelsounds, über Swell-Sounds bis zu oktavierten Klängen alle möglichen, verfremdeten Sounds erzeugen. Wer etwas Platz sparen möchte, kann natürlich auch den Micro POG oder ein TC Electronics Sub´n´up verwenden.

Gainstufen

Idealerweise folgen nun die Verzerrer. Hier empfiehlt es sich zwei Gainpedale mit unterschiedlicher Verzerrung zu verwenden, da durch die Kombination beider Pedale eine dritte Soundvariante zur Verfügung steht. So kann man zum Beispiel einen Booster vor einem Overdrive verwenden, um ein geboostetes Signal, einen Overdrive Sound oder ein stärker verzerrtes Signal (Booster und Overdrive kombiniert) zu erhalten. Oft reicht die Kombination von Booster und Overdrive schon aus, um auch Distortion-Sounds zu erzeugen.

Volume Pedal

Nach den Gain Pedalen kann ein Volumepedal in die Kette integriert werden. Wird das Volume Pedal vor den Verzerrern genutzt, so beeinflusst es den Grad der Verzerrung. Hinter den Verzerrern verhält es sich eher wie das Mastervolume eines verzerrten Amps und regelt lediglich die Lautstärke des (verzerrten) Signals. Volume Swells, die für Ambient Sounds sehr wichtig sind, können so mit cleanen als auch mit verzerrten Signalen optimal eingesetzt werden.

One Trick Ponys

Jedes Ambient Pedalboard braucht einen abgefahrenen Sound oder ein Effektgerät, das unerwartete Flächen und Sounds erzeugen kann. Sehr beliebt ist hier das Montreal Assembly Count to 5. Aber auch das Cooper FX Generation Loss oder das Hologram Electronics Infinite Jets kann auf spannende Art und Weise Gitarrensignal bearbeiten.

Delays und Reverb

Die Grundlage eines Ambient-Sounds sind Delays und Reverbs. Diese können auch gerne gestackt werden. Also schadet es nicht, zwei oder gar drei dieser Pedale auf dem Board zu haben. So könnte zum Beispiel ein analoges Delay mit Modulation für einen verwaschenen Sound mit einer Tape Emulation kombiniert werden. Das Ganze mit etwas Hall garniert und fertig ist der Ambient-Sound. Ich kann das Empress Echosystem sehr empfehlen, da es von klassischen Delays bis zu Reverse / Pitch Delays alles erzeugt, was man sich ein Ambient-Board erträumen kann.

Looper

Am Ende der Signalkette, die übrigens ab den Delays auch gerne Stereo sein darf, bietet sich ein Looper an. Durch das Kombinieren mehrerer Layer kann man auf diese Weise Klangteppiche aufnehmen und weitere Gitarrenmelodien hinzufügen. Wenn der Looper mehrere Speicherplätze hat, können so ganze Setlists gespeichert und abgerufen werden.

Und sonst noch?

Für das Board benötigt man definitiv eine gute Stromversorgung und Verkabelung, um Nebengeräusche zu minimieren. Ein Loopswitcher ist meiner Meinung nach für ein Ambient Pedalboard weniger sinnvoll, da ohnehin meist mehrere Pedale kombiniert werden und die Übergänge im Song nicht so abrupt sind, als dass man mehrere Pedale auf einmal schalten müsste. Durch das Hinzufügen und Wegnehmen einzelner Effektpedale kann man so langsame Übergänge erzeugen und den Song entstehen lassen.

Und natürlich kann es nicht schaden, die Delays und den Looper per Midi zu synchronisieren.
Aber darüber schreibe ich in einem anderen Artikel…